Die Priorisierung finde ich entscheidend. Auf meinen Radtouren zwischen Putbus, Lauterbach und den Bodden sehe ich Goldrute und Springkraut oft an Gräben, Wegrändern und auf brachliegenden Flächen. Das ist erstmal etwas anderes als ein Bestand mitten im Schutzgebiet. Problematisch wird es dort, wo durch die dichten Bestände kaum noch heimische Pflanzen hochkommen oder offene, magere Flächen zuwachsen.
Bei einer Karte sollte deshalb nicht nur der Punkt zählen, sondern auch der Lebensraum daneben: Kalktrockenrasen, Feuchtwiese, Dünenbereich, Waldrand usw. Dazu vielleicht noch die Ausbreitungsrichtung. Gerade an Wegen und Gräben merkt man, wie Samen weitergetragen werden – durch Mähgeräte, Hochwasser oder einfach entlang der viel genutzten Strecken. Ein Foto vom gleichen Standort nach einem Jahr wäre wahrscheinlich aussagekräftiger als zehn neue Fundmeldungen.
Was mir außerdem fehlt, ist eine einfache Möglichkeit für Privatleute und Zweitwohnungsbesitzer, Gartenabfälle richtig loszuwerden. Wenn Springkraut oder Goldrute nach der Gartenpflege im Straßengraben landen, hat man den nächsten Bestand praktisch schon angelegt. Da wären klare Hinweise an Wertstoffhöfen, in Gemeinden und vielleicht auch an den beliebten Radwegen sinnvoll. Beim Waschbären sehe ich es ähnlich wie die anderen: melden und beobachten ja, aber nicht jede Sichtung gleich als ökologische Katastrophe behandeln.