Die Bäderarchitektur bezeichnet ein repräsentatives architektonisches Stilensemble des Historismus und Jugendstils, das zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg in den Seebädern der Ostseeküste entstand. Charakteristisch sind zwei- bis viergeschossige Villen mit strahlend weißen Fassaden, weit vorkragenden Holzbalkonen, filigranen Schnitzereien, Ecktürmchen und verglasten Loggien für Sommergäste.
Lexikon inselpuls.de
Bernstein, auch als "Gold der Ostsee" bekannt, ist fossiles Baumharz, das vor Millionen von Jahren von Nadelbäumen der urzeitlichen Wälder Skandinaviens abgesondert wurde. Durch geologische Prozesse gelangte das Harz ins Meer und wurde über die Zeit zu Bernstein versteinert. An den Küsten Rügens, insbesondere nach stürmischen Tagen im Herbst und Winter, wird das leichte Material vom Meeresboden aufgewühlt und an die Strände gespült.
Der Burgwall Charenza (auch Karenz) war das politische und fürstliche Machtzentrum des westslawischen Ranen-Stammes auf Rügen. Im Schutze unwegsamer Niederungen beherbergte die mächtige Festungsanlage neben dem Fürstensitz bedeutende Heiligtümer der Gottheiten Rugievit, Porevit und Porenut, bis sie 1168 wenige Tage nach Arkona kampflos vor den Dänen kapitulierte.
Caspar David Friedrich (1774–1840) war der bedeutendste Landschaftsmaler der deutschen Frühromantik. Gebürtig in Greifswald, fand er auf der Insel Rügen seine prägendsten Bildmotive. Seine melancholisch-erhabenen Naturdarstellungen – insbesondere das weltberühmte Gemälde Kreidefelsen auf Rügen – machten die wilde Inselnatur zu einer zeitlosen Ikone der europäischen Kunstgeschichte.
Ein Donnerkeil ist das fossile, zigarrenförmige Innenskelett (Rostrum) eines ausgestorbenen Tintenfisches aus der Gruppe der Belemniten, der vor vielen Millionen Jahren die Urmeere bevölkerte. An den Stränden Rügens gehört das glatte, bernsteinfarben bis graubraun schimmernde Fossil zu den bekanntesten und häufigsten Strandfunden.
Die Feuersteinfelder bei Mukran – auch als „Steinernes Meer“ von Rügen bekannt – sind eine europaweit einzigartige geologische Formation. Auf rund 40 Hektar erstrecken sich parallel verlaufende Wälle aus Millionen unverfestigter Feuersteingerölle, die während nacheiszeitlicher Sturmfluten aufgetürmt wurden und heute einen seltenen, geschützten Lebensraum für spezialisierte Heidevegetation bilden.
Das Fischbrötchen ist der kulinarische Klassiker und der wohl beliebteste Imbiss an der gesamten Ostseeküste und somit auch auf Rügen. Es verkörpert wie kaum ein anderes Gericht die maritime Lebensart der Region. Ein authentisches Fischbrötchen besteht aus einem frischen, knusprigen Brötchen, das je nach Geschmack mit verschiedenen Fischsorten belegt und oft mit Zwiebeln, Salat und einer Remouladensoße verfeinert wird.
Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783–1854) war eine der prägendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Rügens im 19. Jahrhundert. Als aufgeklärter und kunstsinniger Adliger hatte er die Vision, seine Heimat zu modernisieren und kulturell zu bereichern. Seine Reisen nach England und Italien inspirierten ihn zu städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Projekten, die das Gesicht der Insel bis heute prägen.
Gingst ist einer der ältesten Orte auf Rügen und liegt im Westen der Insel, einer Region, die oft als das "stille Herz" Rügens bezeichnet wird. Der Ort hat eine lange Tradition als Handwerker- und Marktflecken, was sich bis heute im historischen Ortskern widerspiegelt. Die barocke Sankt-Jacobi-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und die umliegenden, liebevoll sanierten Handwerkerhäuser verleihen Gingst einen beschaulichen und authentischen Charakter.
Die Großsteingräber bei Lancken-Granitz bilden mit sieben erhaltenen Megalithanlagen die größte und am besten erhaltene Konzentration neolithischer Grabbauten auf Rügen. Errichtet vor rund 5.000 Jahren durch frühe Ackerbauern der Trichterbecherkultur, dienten die monumentalen Findlingskonstruktionen als kollektive Bestattungsplätze und rituelle Kultstätten für Generationen.
Neuste Lexikon-Einträge
Die Schmale Heide ist eine rund 9,5 Kilometer lange und etwa zwei Kilometer breite Nehrung auf Rügen. Als nacheiszeitliche Landbrücke verbindet sie die Halbinsel Jasmund mit der Granitz. Sie trennt die offene Ostsee (Prorer Wiek) vom Kleinen Jasmunder Bodden und beherbergt geschützte Dünen-, Heide- und Küstenwaldlandschaften.
Caspar David Friedrich (1774–1840) war der bedeutendste Landschaftsmaler der deutschen Frühromantik. Gebürtig in Greifswald, fand er auf der Insel Rügen seine prägendsten Bildmotive. Seine melancholisch-erhabenen Naturdarstellungen – insbesondere das weltberühmte Gemälde Kreidefelsen auf Rügen – machten die wilde Inselnatur zu einer zeitlosen Ikone der europäischen Kunstgeschichte.
Die Großsteingräber bei Lancken-Granitz bilden mit sieben erhaltenen Megalithanlagen die größte und am besten erhaltene Konzentration neolithischer Grabbauten auf Rügen. Errichtet vor rund 5.000 Jahren durch frühe Ackerbauern der Trichterbecherkultur, dienten die monumentalen Findlingskonstruktionen als kollektive Bestattungsplätze und rituelle Kultstätten für Generationen.