Hintergrund & Entstehung / Geschichte
- Geologische Genese: Die Entstehung des Steinernen Meeres datiert rund 3.500 bis 4.000 Jahre zurück in das Holozän (Litorina-Transgression). Schwere Sturmhochwasser spülten Feuersteinknollen aus den nahen Kreidekliffs von Jasmund heraus. Die Brandung rundete die Knollen zu Geröllen ab und lagerte sie staffelförmig in parallelen Strandwällen auf der Nehrung der Schmalen Heide ab.
- Besonderheit des Feuersteins: Die Gerölle bestehen aus amorphem Siliziumdioxid (Quarz), das sich vor etwa 70 Millionen Jahren in den Ablagerungen des Kreidemeeres bildete. Bei mechanischer Reibung oder Schlag entfalten sie den typischen Schwefelgeruch und schlagen Funken.
- Ökologischer Wandel: Das Gebiet ist seit 1935 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Da im 20. Jahrhundert Kiefern angepflanzt wurden, drohte die offene Steinlandschaft durch Beschattung und Nadelstreu zu verwalden. Seit den 1990er-Jahren finden gezielte Entbuschungs- und Pflegemaßnahmen statt, um den Flechten- und Wacholderbestand sowie das freie Gesteinsmeer zu erhalten.
Standort / Wo auf Rügen zu finden
| Merkmal | Details & Orientierung |
|---|---|
| Geografische Lage | Schmale Heide, südlich von Mukran (Stadt Sassnitz), Landkreis Vorpommern-Rügen |
| GPS-Koordinaten | 54.4692° N, 13.5936° E |
| Erreichbarkeit & Wanderbezug | Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der L29 (zwischen Sassnitz-Mukran und Binz/Prora). Von dort führt ein beschilderter, flacher Waldwanderweg (ca. 1,5 km einfache Strecke) direkt zu den Wällen. Alternativ über die Bahnstation Prora Nord (ca. 2 km Fußweg). |
Praxis-Tipps für Besucher
- Ausrüstung & Schuhwerk: Unbedingt feste Wanderschuhe mit stabiler Sohle und Knöchelschutz tragen. Die runden Gerölle geben beim Betreten sofort nach – auf Sandalen oder dünnen Turnschuhen besteht hohe Umknickgefahr.
- Beste Besuchszeit: Besonders reizvoll im Spätsommer (Heideblüte im August/September) oder frühmorgens bei tief stehendem Licht, wenn die Kontraste zwischen den grauen Geröllen, dem Moos und den Kiefern am deutlichsten hervortreten.
- Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet:
- Das Mitnehmen von Steinen ist streng verboten, um das Naturdenkmal für nachfolgende Generationen zu erhalten.
- Hunde sind zwingend an der Leine zu führen.
- Bleiben Sie vorzugsweise auf den Hauptstegen und markierten Schneisen, um die empfindlichen Flechtenkrusten auf den Steinen nicht zu zertreten.