Gingst ist einer der ältesten Orte auf Rügen und liegt im Westen der Insel, einer Region, die oft als das "stille Herz" Rügens bezeichnet wird. Der Ort hat eine lange Tradition als Handwerker- und Marktflecken, was sich bis heute im historischen Ortskern widerspiegelt. Die barocke Sankt-Jacobi-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und die umliegenden, liebevoll sanierten Handwerkerhäuser verleihen Gingst einen beschaulichen und authentischen Charakter.
Orte & Gemeinden
Mönchgut ist eine geschichtsträchtige Halbinsel im Südosten Rügens, die Ostsee und Greifswalder Bodden trennt. Charakterisiert durch sanfte Hügelketten, tief eingeschnittene Buchten und reetgedeckte Fischerdörfer, bildet sie das Herzstück des Biosphärenreservats Südost-Rügen und bewahrte durch jahrhundertelange klösterliche Isolation eine eigenständige Kultur, Tracht und maritime Tradition.
Hiddensee ist eine autofreie, rund 16,8 Kilometer lange Ostseeinsel westlich von Rügen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Bekannt als das „Söte Länneken“ (süßes Ländchen), vereint sie dramatische Steilküsten im hügeligen Norden mit weiten Heidelandschaften, Sanddünen im Süden und einer traditionsreichen Vergangenheit als berühmte Künstler- und Literatenkolonie.
Kap Arkona ist der nördlichste Punkt der Insel Rügen und ein Ort von großer historischer und touristischer Bedeutung. Die bis zu 45 Meter hohe Steilküste aus Kreide und Geschiebemergel bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Ostsee. Das Kap ist nicht nur ein beeindruckendes Naturdenkmal, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort, der seit Jahrhunderten Menschen anzieht und fasziniert. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel, das bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Kap-Arkona-Bahn von Putgarten aus erreicht werden kann, da das Kap selbst für den privaten Autoverkehr gesperrt ist.
Lauterbach ist der traditionsreiche Hafen- und Ortsteil der Residenzstadt Putbus im Südosten Rügens. Gelegen am Greifswalder Bodden, gilt der 1816 von Fürst Malte zu Putbus gegründete Ort als ältestes Seebad Rügens. Heute besticht Lauterbach durch seinen maritimen Charakter, moderne Marina-Anlagen, historische Pfahlbauten und die Verbindung zur Naturschutzinsel Vilm.
Der Nationalpark Jasmund, gegründet 1990 im Rahmen des DDR-Nationalparkprogramms, ist der kleinste Nationalpark Deutschlands, aber von einzigartiger Schönheit. Er schützt die berühmte Kreideküste Rügens mit dem Königsstuhl sowie die angrenzenden, weitläufigen Buchenwälder. Diese Wälder sind so besonders, dass sie 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe "Alte Buchenwälder Deutschlands" ernannt wurden. Sie repräsentieren den Typ von Buchenwald, der einst weite Teile Mitteleuropas bedeckte.
Binz ist das größte und wohl bekannteste Seebad auf der Insel Rügen. Der Ort besticht durch seine einzigartige Bäderarchitektur mit prachtvollen, weißen Villen, die oft mit filigranen Holzbalkonen, Erkern und Türmchen verziert sind. Diese Bauten aus der Kaiserzeit säumen die kilometerlange Strandpromenade und verleihen Binz ein mondänes und elegantes Flair. Das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens ist der Kurplatz mit seinem Pavillon, umgeben von Cafés und Restaurants.
Das Ostseebad Göhren liegt an der östlichsten Spitze der Halbinsel Mönchgut und hat als einziges Seebad auf Rügen zwei Strände: den belebten Nordstrand mit seiner Seebrücke und der Bernsteinpromenade sowie den naturbelasseneren Südstrand. Der Ort liegt auf einer Anhöhe, dem Nordperd, was von vielen Punkten aus herrliche Ausblicke auf das Meer und die umliegende Landschaft ermöglicht. Göhren hat sich den Charme eines traditionellen Seebades bewahrt und ist gleichzeitig ein anerkannter Kneipp-Kurort.
Sellin ist ein weiteres der berühmten Ostseebäder an Rügens Ostküste, bekannt für seine beeindruckende Seebrücke und die historische Wilhelmstraße. Diese prächtige Allee führt vom Hochufer steil hinab Richtung Hauptstrand und ist gesäumt von liebevoll restaurierten Villen im Stil der Bäderarchitektur. Am Ende der Straße thront die Seebrücke, die als eine der schönsten in ganz Deutschland gilt. Eine steile Treppe, die "Himmelsleiter", oder ein bequemer Aufzug führen hinunter zum Strand und zur Brücke.
Prora ist einer der ambivalentesten und monumentalsten Orte auf Rügen. Hier, an der Bucht Prorer Wiek zwischen Sassnitz und Binz, steht der "Koloss von Rügen", ein gigantischer, 4,5 Kilometer langer Gebäudekomplex, der zwischen 1936 und 1939 von der nationalsozialistischen Organisation "Kraft durch Freude" (KdF) erbaut wurde. Geplant war ein Seebad für 20.000 Menschen, das als Propagandaprojekt die Volksgemeinschaft inszenieren sollte. Durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Bau jedoch nie vollendet und als Ferienanlage genutzt.
Neuste Lexikon-Einträge
Die Schmale Heide ist eine rund 9,5 Kilometer lange und etwa zwei Kilometer breite Nehrung auf Rügen. Als nacheiszeitliche Landbrücke verbindet sie die Halbinsel Jasmund mit der Granitz. Sie trennt die offene Ostsee (Prorer Wiek) vom Kleinen Jasmunder Bodden und beherbergt geschützte Dünen-, Heide- und Küstenwaldlandschaften.
Caspar David Friedrich (1774–1840) war der bedeutendste Landschaftsmaler der deutschen Frühromantik. Gebürtig in Greifswald, fand er auf der Insel Rügen seine prägendsten Bildmotive. Seine melancholisch-erhabenen Naturdarstellungen – insbesondere das weltberühmte Gemälde Kreidefelsen auf Rügen – machten die wilde Inselnatur zu einer zeitlosen Ikone der europäischen Kunstgeschichte.
Die Großsteingräber bei Lancken-Granitz bilden mit sieben erhaltenen Megalithanlagen die größte und am besten erhaltene Konzentration neolithischer Grabbauten auf Rügen. Errichtet vor rund 5.000 Jahren durch frühe Ackerbauern der Trichterbecherkultur, dienten die monumentalen Findlingskonstruktionen als kollektive Bestattungsplätze und rituelle Kultstätten für Generationen.