Die schiere Größe des Komplexes ist überwältigend. Die acht aneinandergereihten, sechsgeschossigen Wohnblöcke sollten ursprünglich alle über Meerblick verfügen. Die Anlage ist ein eindringliches Zeugnis der größenwahnsinnigen Architektur und der totalitären Ideologie des Dritten Reiches. Nach dem Krieg wurde das Areal militärisch genutzt, zunächst von der Roten Armee, später von der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, und war somit für die Öffentlichkeit unzugänglich.
Heute durchlebt Prora eine tiefgreifende Transformation. Während einige Blöcke verfallen, wurden andere aufwendig saniert und in moderne Ferien- und Eigentumswohnungen, ein Hotel und eine Jugendherberge umgewandelt. Im Dokumentationszentrum Prora wird die komplexe Geschichte des Ortes kritisch aufgearbeitet und in den historischen Kontext eingeordnet. Prora ist somit gleichzeitig ein Mahnmal, ein Lernort und ein Beispiel für die Umnutzung schwierigen architektonischen Erbes.