Beiträge von Gogo

    Bei der Jaromarsburg wird ja gern das Bild einer riesigen uneinnehmbaren Festung gezeichnet – archäologisch war es wohl eher eine stark befestigte Kult- und Fluchtanlage mit Wällen, Gräben und dem berühmten Svantevit-Heiligtum. 1168 wurde sie von den Dänen unter Waldemar I. erobert und zerstört, was dann oft als „Ende der Ranen“ erzählt wird, obwohl die Bevölkerung natürlich nicht einfach verschwunden ist.

    Vom eigentlichen Heiligtum liegt heute ja vieles unter der Ostsee, und am Kap sieht man nur noch einen kleinen Rest der Wallanlage.

    Genau diese Trennung finde ich wichtig: Nerthus bei Tacitus ist nicht automatisch die Hertha vom Herthasee. Die Gleichsetzung mit Rügen und der Herthaburg wurde wohl erst viel später populär, als man alte Überlieferungen, Landschaft und romantische Vorstellungen miteinander verbunden hat. Historisch belegt ist damit noch kein Nerthus-Kult an diesem See – aber als spätere Sage ist die Verbindung natürlich ziemlich wirkungsvoll.

    Wenn ich früh morgens vom Parkplatz bei Hagen Richtung Herthasee gehe, merkt man sofort, warum sich solche Geschichten festsetzen konnten: kaum Wind, dunkle Wasserfläche, dieses gedämpfte Buchenlicht. Nebel dort ist fotografisch stark, aber ich bleibe auf den Wegen – der Wald gehört zum Nationalpark, und gerade die stillen Ufer sollte man in Ruhe lassen.

    Beim „Reizklima“ wäre ich mit dem Wort Immunsystem-Booster etwas vorsichtig. Sicher ist eher: draußen sein, Bewegung, Tageslicht und guter Schlaf tun vielen gut und können Stress senken. Das kalte Wasser ist kein Muss – gerade beim Winterbaden bitte langsam herantasten, nie allein und nicht bei Herz-Kreislauf-Problemen ohne ärztliche Rücksprache. Eine knöcheltiefe Runde am Strand, danach warm anziehen, ist die deutlich entspanntere Variante.

    Für sowas mag ich die Wege am Bodden bei Gager oder morgens die ruhigen Strandabschnitte auf Mönchgut: erst 20 Minuten gehen, dann kurz durchs flache Wasser, ohne Leistungsdruck. Im Frühjahr riecht man dort tatsächlich Kiefer, feuchte Erde und Salz gleichzeitig – ob das nun medizinisch wirkt oder einfach die Laune hebt, sei dahingestellt. Hat jemand schon mal eine geführte Kneipp- oder Atemrunde auf Rügen mitgemacht?

    Zum Rasenden Roland gehört für mich aber genau diese Mischung aus Technik- und Inselgeschichte: 750 Millimeter Spurweite, die alten Bahnhöfe und dann das langsame Bimmeln durch Wälder und Dörfer bis nach Göhren. Besonders schön finde ich die Strecke ab Putbus, wenn morgens noch kaum jemand unterwegs ist.

    Ich bin die Strecke schon öfter mit dem Rad begleitet – zwischen Seelvitz und Baabe gibt es immer wieder gute Stellen für Fotos, vor allem wenn der Dampf zwischen den Kiefern hängt. Kennt jemand die Geschichte der Strecke oder hat alte Aufnahmen vom Roland aus DDR-Zeiten?

    Ehrlich gesagt, mich beschäftigt bei den ganzen Bauprojekten auf Rügen immer wieder, wie schnell dabei das, was unsere Insel so besonders macht, auf der Strecke bleiben könnte. Gerade die Stille und die Weite sind’s, die ich an Prora/Binz so liebe – wenn da zu viel gebaut wird, droht das irgendwie verloren zu gehen.

    Andererseits versteh ich schon, dass sich die Insel entwickeln muss, vor allem wenn’s um medizinische Versorgung oder nachhaltige Mobilität geht. Wäre es nicht denkbar, bei künftigen Projekten konsequent die älteren, oft leerstehenden Häuser zu modernisieren und zu nutzen, statt immer neue Flächen zu verbauen? Ich hab da keine perfekte Lösung, aber vielleicht gibt’s ja noch mehr Leute, die Sorge haben, dass Rügens Identität zu kurz kommt…

    Ich versteh dich da ziemlich gut, eltis – das Thema Rücksicht beschäftigt mich selbst jedes Mal, wenn ich auf Rügen am Strand unterwegs bin. Gerade im Frühling, wenn die Kiebitze und Möwen zwischen Prora und Mukran brüten, reicht schon ein neugieriger SUP-Paddler am falschen Ort und die Vögel flattern panisch auf… Das tut schon weh, wenn man das miterlebt. Ich find, so ein stiller Morgen an der Ostsee hat oft mehr Magie als jedes actionreiche Abenteuer.

    Mich würde interessieren: Was denkt ihr, wie könnte man (gerade als Anfänger) schon im Vorfeld sensibilisieren, welche Zonen oder Zeiten besonders tabu für Wassersport sind? Gibt’s bei euch vor Ort Schilder, App-Hinweise oder vielleicht sogar Einheimische, die da den Ton angeben? 🤔

    Ach ja, das kenn ich nur zu gut... gerade zwischen Binz und Prora, wo ich vll öfter unterwegs bin, merkt man wie schnell’s eng wird, wenn viele Radler und Spaziergänger sich die Wege teilen. Mir fehlt oft so’n Stückchen Sicherheit – gerade an Kreuzungen oder bei den teils steilen Übergängen in den Wald, da ist manchmal völlig unklar, wie’s weitergeht oder wohin man überhaupt „soll“. Ein paar klarere Markierungen oder Hinweistafeln würden enorm helfen.

    Und was ich auch immer denke: Wie wär’s mal mit ein, zwei echten Rastplätzen speziell für Radfahrer, mit Bank, bisschen Schatten, vll sogar Luftpumpe? Das würde das Erlebnis echt entspannter machen, gerade für Familien mit Kindern, die mal ’nen Päuschen brauchen. Immer nur am Straßenrand zu sitzen fühlt sich irgendwie nicht nach Urlaub an… 😅 Kennt ihr solche Stellen irgendwo auf der Insel?

    Wenn ich ehrlich bin, ist Prora für mich so ein magischer Ort – nicht nur wegen dieser gigantischen alten Bauten, sondern weil da manchmal so eine seltsame Stille liegt, dass man fast glaubt, die Geschichte atmet noch zwischen den Buchen. Manchmal sitze ich am Strand mit ‘nem Tee in der Hand und denke: Vielleicht steckt Magie nicht in den ganz großen Sagen, sondern in diesen kleinen Momenten, wenn man nachts nur das Rauschen hört und die eigene Sehnsucht nach irgendwas Unerklärlichem. 🪶

    Neulich hab ich gesehen, wie Nebel ganz langsam zwischen den Ruinen aufzog, und für einen Moment fühlte sich alles irgendwie grenzenlos… Fast wie früher, als man als Kind dachte, hinterm nächsten Baum fängt eine andere Welt an. Komisch, dass ausgerechnet die Mücken einen dann wieder zurückholen – naja, ihr wisst schon…

    Übrigens die LostPlaces-Serie von MarioBielitz hier im Forum ist wunderschön. Geile Fotos, wenn ich das mal so jugendlich sagen darf. ;)

    Was mir auf Rügen immer wieder das Herz aufgehen lässt, ist diese entspannte Langsamkeit beim Essen – kennt ihr das? In Prora, wo meine Zweitwohnung ist, hab ich schon öfter erlebt, wie Freunde und ich einfach stundenlang am Tisch sitzen, weil draußen Meeresrauschen und Möwen die einzige „Hintergrundmusik“ sind... Kein Druck, kein urbanes Gehetze. Klar, manchmal find ich’s schwierig, ein Café zu erwischen, wo die Stimmung wirklich herzlich ist – aber wenn man mal eines findet, in dem man nicht direkt als Tourist durchschaut wird, fühlt sich das wie ein kleiner Schatz an. Vielleicht ist’s auch der weite Horizont, der die Leute auf der Insel irgendwie ruhiger macht. Wenn mal das Brötchen etwas zu weich ist oder der Kaffee nicht so doll, ach, dann genieße ich trotzdem. Es muss ja nicht alles perfekt sein, oder? 🌊

    Wisst ihr, was ich total spannend fände – mal irgendwo auf Rügen in einem alten Eisenbahnwaggon übernachten! Klingt vielleicht erstmal komisch, aber so direkt an den Schienen, vielleicht sogar mit Ausblick auf die Ostsee… Wär irgendwie was Besonderes zwischen Nostalgie und Natur-Träumerei. Mich hat nämlich immer diese Vorstellung gereizt, abends mit dem Meeresrauschen einzuschlafen und am Morgen von Möwen geweckt zu werden, aber eben nicht in so einem Standard-Ferienhaus. Ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber hat das schonmal jemand gemacht (also im Eisenbahnwaggon, nicht mit den Möwen😉)? Oder kennt ihr andere richtig abgefahrene Ideen für Unterkünfte auf der Insel? Bin gespannt, welche Abenteuer ihr so schon erlebt habt!

    Wenn ich an unvergessliche Sonnenuntergänge denke, fällt mir immer der kleine Boddenhafen in Thiessow ein. Dort kann man direkt am Wasserufer sitzen und beobachten, wie die goldene Sonne langsam hinter den Halbinseln versinkt. Diese ruhige Atmosphäre, gepaart mit dem sanften Plätschern der Wellen, schafft einen unbeschreiblichen, friedlichen Moment, ideal zum Entspannen und Träumen.