Das Bild mit der „norddeutschen Meditation“ trifft es leider ziemlich gut. An den Haltestellen rund um Altenkirchen, Putbus oder auch auf der Strecke nach Dranske merkt man schnell: Das Problem ist nicht nur, dass ein Bus zu selten kommt, sondern dass man oft überhaupt nicht weiß, woran man ist. Bei Wind und Regen ist eine halbe Stunde Warten eben etwas anderes als eine halbe Stunde in Bergen am Bahnhof.
Bei der Anschlusssache bin ich ganz bei wernergross . Eine gemeinsame Echtzeit-App für Bus, Bahn und Fähre wäre sinnvoll, aber noch wichtiger wäre erstmal ein abgestimmter Takt. Wenn der Bus fünf Minuten vor Ankunft der Regionalbahn abfährt, hilft auch die schönste App nur begrenzt. Gerade in Bergen, Sassnitz und Lietzow müsste man die Anschlüsse sauberer planen. Und bei Verspätungen sollte der Bus zumindest ein paar Minuten warten können, statt dass der nächste Anschluss erst eine Stunde später kommt.
Die Idee von cyn mit Fahrradanhängern finde ich für die Saison ziemlich praktikabel. Man muss ja nicht jeden Bus dauerhaft umbauen. Auf stark genutzten Strecken, etwa Richtung Sassnitz, Königstuhl oder von Bergen über Putbus nach Göhren, könnten in den Sommermonaten feste Fahrradbusse oder Anhänger fahren. Das wäre wahrscheinlich realistischer als überall neue Radwege direkt neben der Straße zu bauen – wobei beides natürlich nötig ist.
Und lyrica888 hat mit den Wartehäuschen einen Punkt angesprochen, der oft unterschätzt wird. Ein ordentliches, windgeschütztes Häuschen mit Licht, Sitzbank und einer verständlichen Anzeige wäre an vielen Orten schon ein großer Fortschritt. Dazu vielleicht ein Rufbus-System für dünn besiedelte Ortsteile, das nicht nur werktags vormittags funktioniert. Hat jemand Erfahrungen mit den Rufbussen auf Rügen – werden die tatsächlich genutzt oder scheitert es eher an der Buchung?