Ich sehe das ähnlich wie Gogo: Das „Reizklima“ ist wahrscheinlich weniger eine Medizin fürs Immunsystem als ein ziemlich gutes Gesamtpaket aus Bewegung, Licht, Schlaf und weniger Dauerstress. Der Wind allein macht uns ja nicht automatisch widerstandsfähiger – sonst wären Fischer vermutlich unkaputtbar. Bei mir hat schon ein Wochenende geholfen, an dem das Handy fast nur für die Wettervorhersage an war: besser geschlafen, ruhiger im Kopf, morgens freiwillig länger draußen gewesen. Vielleicht ist dieser indirekte Effekt wichtiger als die Salzluft selbst.
Beim kalten Wasser wäre ich trotzdem vorsichtig mit dem Wort „Training“. Eine kurze, freiwillige Abkühlung kann sich gut anfühlen, aber wer friert, zittert oder sich danach erschöpft fühlt, hat nicht unbedingt etwas für die Gesundheit gewonnen. Mich würde interessieren, ob jemand mal bewusst verglichen hat: ein Wochenende mit Strand, Spaziergängen und Handy-Pause – aber ohne Baden – gegen das gleiche Programm mit täglichem Kaltwasserkontakt. Dann ließe sich vielleicht besser einschätzen, was hier eigentlich wirkt.