Genau das mit dem „echten Rügen“ sehe ich ähnlich. Ich bin vor ein paar Jahren im November denselben Weg bei Lohme gegangen, den ich sonst nur im Sommer kannte – plötzlich waren da Wind, knarrende Bäume und das Kreischen der Möwen viel präsenter als jeder Ausblick. Hat sich fast angefühlt, als würde die Insel nicht schöner, aber ehrlicher werden. Vielleicht suchen wir in der Nebensaison tatsächlich auch ein Stück weit uns selbst und weniger die perfekte Kulisse.
Und bei den Geheimtipps bin ich inzwischen vorsichtig: lieber die Gegend beschreiben als den exakten Punkt verraten. Abstand halten, auf den Wegen bleiben und Tiere nicht wegen eines Fotos bedrängen – dann bleiben diese besonderen Momente hoffentlich auch für andere erhalten. Ein schöner Ansatz wäre doch, einen Lieblingsweg einmal im Frühling, Herbst und Winter zu gehen und aufzuschreiben, was sich verändert.