Ich wundere mich auch immer wieder, wie das Marketing für „hundefreundlich“ manchmal so gar nix mit dem echten Alltag zu tun hat… Letztes Jahr war ich auf Rügen (mal wieder, ich komm von da nicht los), und das Thema wurde dort in manchen Ecken tatsächlich ziemlich kreativ gelöst, in anderen aber auch – naja, typisch Dienst-nach-Vorschrift halt. Das ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber warum macht sich eigentlich kaum eine Unterkunft mal richtig Gedanken, wie Hundebesitzer tatsächlich ticken? Hab übrigens gerade meinen Tee über den Tisch geschwappt… naja.
Mir ist zum Beispiel an den Boddenküsten und in Richtung Mönchgut aufgefallen, dass kleinere Ferienhöfe gern mal was Besonderes für Hund und Halter anbieten – nicht nur ein Körbchen, sondern auch z.B. einen extra Waschplatz draußen (sehr sexy nach Watt-Spaziergängen, sag ich euch!). Manche stellen sogar Hundeshampoos und Handtücher, weil sie wissen, dass der feine Ostseeschlamm sich hält wie ein Klammeraffe… Was viele unterschätzen: Hundefreundlich ist nicht nur das Zimmer, sondern auch die Umgebung. Es macht riesen Unterschied, ob ich draußen direkt hinterm Gartenzaun ins Naturschutzgebiet stolpere (was auf Rügen oft strenge Leinenpflicht nach sich zieht…) oder ob es kleine Waldwege gibt, wo mein Wuschelfreund mal frei schnüffeln darf, ohne dass gleich jemand mit erhobenem Zeigefinger winkt.
Noch was, das ich bei einer privaten FeWo in Sassnitz erlebt habe: Da lag eine Mappe griffbereit mit „Hundekompetenz“ – neben Adressen für den Notfall (Tierarzt, Hundesitter) und einer Liste von Hundefreiläufen gab’s auch nen Hinweis auf Läden, wo BARF-Futter, Flocken & Co. zu kriegen sind. Das klingt banal, ist aber Gold wert, wenn die Futterration mal knapp wird oder der Hund im Urlaub Durchfall bekommt (kenne ich leider zu gut von meinem alten Herrn). Bei Hotels in Binz oder Sellin sieht’s da oft schon dünner aus… viele fordern sogar, dass man das Hundefutter bloß nicht im Zimmer zubereitet, wegen Geruchs oder so. Das ist irgendwie an den Bedürfnissen vorbei.
Was ich mir mal wünschen würde, wär eine Unterkunft, die (vll gibt’s das ja schon?) Workshops oder kleine Events für Mensch und Hund anbietet – z.B. gemeinsames Strandwandern mit anderen Gästen, ein bisschen Schnüffelspielzeug basteln oder sogar ein Crashkurs zur Rügener Geschichte, wo Hunde mitkommen dürfen. Wusstet ihr übrigens, dass die Rüganer früher Schäferhunde für die Boddenregion gezüchtet haben? Finde das mit dem kulturellen Bezug immer spannend, auch als Gesprächsanlass mit den Einheimischen. Vielleicht wäre so ein Brückenschlag zwischen Urlaubern und Locals über den Hund mal ein Ansatz – dann fühlen sich vielleicht auch „Sachsen mit Hund“ ein bisschen willkommener.