LNG Mukran: Rettungs(t)anker oder teure Bauruine?

  • Genau da würde ich auch ansetzen: Nicht die theoretische Kapazität ist entscheidend, sondern wie viel Gas tatsächlich angelandet und ins Netz eingespeist wird. „Das Terminal kann X Milliarden Kubikmeter“ klingt gewaltig, sagt aber erst mal wenig über die reale Auslastung aus. Dafür müsste man die monatlichen Einspeisemengen mit der technisch verfügbaren Kapazität vergleichen – und zwar getrennt nach den einzelnen Anlagen in Mukran.

    Die Aussage, im nächsten Winter könne es knapp werden, ist außerdem kein Beleg dafür, dass gerade dieses Terminal unverzichtbar ist. Knappheit kann regional oder zeitlich auftreten, während ein Terminal insgesamt nur mäßig genutzt wird. Umgekehrt kann eine geringe Auslastung auch bedeuten, dass Beschaffung, Preise, Netzanschlüsse oder die Konkurrenz anderer Terminals eine Rolle spielen. Ohne veröffentlichte Zahlen zu Anlandungen, Regasifizierung und Netzeinspeisung bleibt das viel politisches Bauchgefühl.

    Ich würde mir deshalb eine simple Monatsübersicht wünschen: verfügbare Kapazität, tatsächlich genutzte Kapazität, Herkunft der Ladungen, Kosten pro eingespeister Kilowattstunde und die bisher aufgelaufenen öffentlichen Risiken. Und bitte nicht nur für LNG, sondern inklusive Bau, Betrieb, möglicher Entschädigungen und Rückbau. Sonst wird aus dem „Rettungsanker“ am Ende ein ziemlich teurer Poller, an dem die öffentliche Hand festgemacht ist.

    Mukran ist ja historisch ohnehin ein stark überformter Hafen- und Industriestandort, kein unberührtes Stück Küste. Aber gerade deshalb sollte man nicht jede weitere Großanlage mit dem Argument abtun, dort sei sowieso schon alles verbaut. Die spannende Frage wäre für mich: Gibt es inzwischen belastbare Zahlen für 2025, oder wird weiterhin hauptsächlich mit Kapazitäten und Winterängsten argumentiert?

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