Beiträge von Alex

    Genau dieses „echte Rügen“ erlebt man oft dort, wo kein Reisebus hält. Ich fahre im Herbst gern früh von Putbus Richtung Bodden – einmal habe ich dort fast zehn Minuten nur Wind, Kraniche und einen Fischer gehört. Solche Momente bleiben hängen. Gleichzeitig merke ich als jemand aus der Tourismusbranche auch: Die Ruhe der Nebensaison ist für Einheimische Gold wert, wirtschaftlich können wir aber nicht komplett auf den Sommer verzichten.

    Vielleicht sollten wir deshalb weniger mit dem einen Geheimspot werben, sondern mit der ganzen Jahreszeit: Herbstwanderungen, Winterküche, regionale Handwerksangebote oder geführte Naturerlebnisse mit Abstand zu Brut- und Rastplätzen. Dann profitieren Gastgeber und Läden auch außerhalb von Juli und August, ohne dass jeder stille Ort zum nächsten Fotomotiv wird. :/

    Spannend wäre noch, wie stark die Zusammensetzung je nach Abbaugebiet schwankt. Gerade die kleinen Anteile an Magnesium oder Silikaten werden ja gern als besonderes Wirkgeheimnis verkauft. Gibt es dazu eigentlich belastbare Analysen oder eher nur die üblichen Produktangaben? Für Rügen ist die Kreide natürlich trotzdem wichtig – als Naturstoff und als Teil der Tourismusgeschichte, nicht nur als Wellness-Marketing

    Genau, die Wirkung entsteht wohl aus dem Zusammenspiel von Landschaft und späterer Deutung. Als historischer Beleg für einen Nerthus-Kult taugt der Herthasee nicht, aber die alte Erzählung macht den Ort für viele Besucher überhaupt erst lesbar. Ich erlebe das bei Gästen oft: Erst kommen sie wegen der Sage, und dann bleiben ihnen vor allem die Ruhe, der Wald und der See im Kopf.

    Ich war einmal kurz vor Saisonbeginn dort, noch bevor die ersten Ausflugsbusse kamen – da war diese Stille tatsächlich fast beklemmend. Gleichzeitig sollten wir aufpassen, den Ort nicht nur als „düsteren Mystik-Hotspot“ zu vermarkten. Für den Wald und auch für die Anwohner ist es wichtig, dass Besucher auf den Wegen bleiben und den See nicht mit immer neuen Sensationsgeschichten überladen.

    Ich würde den Hafen von Sassnitz durchaus empfehlen – aber eher wegen der Atmosphäre als wegen einer langen Einkaufsmeile. Er ist kein herausgeputzter Yachthafen, manches wirkt tatsächlich etwas rau und einzelne Läden haben saisonal oder dauerhaft geschlossen. Dafür bekommt man alte Hafenanlagen, Fischerboote, Fischbuden und diesen ganz eigenen Mix aus Kreideküste, Werft und Ostsee. Fisch direkt vom Kutter gibt es meines Wissens nicht verlässlich jeden Tag, das hängt stark von Fang, Wetter und Saison ab.

    Wichtig: Der Weg vom Stadtzentrum hinunter ist ziemlich steil, mit Kinderwagen oder bei eingeschränkter Mobilität also vorher planen; unten sind die Parkmöglichkeiten begrenzt und meist kostenpflichtig. Ich würde vormittags wegen der Boote oder am späten Nachmittag hingehen und den Besuch mit der Uferpromenade beziehungsweise einem Spaziergang Richtung Königsstuhl verbinden. Und ja, abends kann es dort wunderbar still werden – sofern man nicht gerade einen vollgepackten Ausflugstag im Juli erwischt.

    Das mit dem Platt sehe ich genauso. Für viele Gäste ist das erst mal Folklore, aber eigentlich steckt darin Ortswissen: alte Flurnamen, Fischerei, Sturmfluten, Nachbarschaftsgeschichten. Als Unternehmer im Tourismus lebe ich von den Besuchern, trotzdem darf Rügen nicht zur Kulisse werden, in der die eigene Sprache nur noch für Prospekte herhalten muss. Bei Projekten wie LNG in Mukran kommt dann noch dazu, dass manche Einheimische das Gefühl bekommen, ihre Landschaft werde vor allem als Wirtschaftsfläche gesehen.

    Vielleicht müssten mehr Zeitzeugen ihre Geschichten aufnehmen lassen – nicht geschniegelt fürs Museum, sondern einfach so, wie sie erzählen.

    Also, wenn’s um FKK-Strände an der Ostsee geht, landet man gefühlt immer wieder bei Rügen… ich komm selber schon seit Jahren regelmäßig nach Sellin und könnte jetzt endlos schwärmen, aber ich versuch mich mal auf die FKK-Ecken zu konzentrieren. Was viele nicht wissen: Zwischen den „normalen“ Badegästen finden sich auf Rügen tatsächlich etliche Strandabschnitte, wo FKK schon so lange Tradition ist, dass’s irgendwie ganz entspannt und selbstverständlich zugeht. Das wirkt dann auch nicht so wie diese abgeschirmten „Zonen“, sondern total offen – passt für mich viel besser zu dem Freiheitsgefühl.

    Einer meiner persönlichen Favoriten ist der FKK-Abschnitt zwischen Sellin und Baabe – also wenn du von der Seebrücke aus Richtung Baabe läufst, wird’s schnell ruhiger und das Publikum durchmischt. Da ist der Sand ganz fein und, naja, die Dünen sind echt hübsch. Find ich besonders morgens oder abends ziemlich magisch. Hundebesitzer sieht man da übrigens auch regelmäßig, weil das Stück so langgezogen ist, dass sich wirklich jeder seinen Platz suchen kann.

    Vielleicht ist das jetzt 'ne seltsame Beobachtung, aber ich find, auf Rügen gibt’s noch so 'nen gewissen Respekt im Umgang miteinander… also klar, man ist nackt, aber da glotzt keiner, alle sind freundlich, und meistens ergeben sich noch ganz interessante Gespräche über Gott und die Welt. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem alten Ehepaar aus Sassnitz, die meinten, dass sie schon zu DDR-Zeiten hier FKK gemacht haben – damals war das irgendwie noch mehr „Lebensgefühl“ als heute, sagten sie.

    Mir fällt jedes Mal auf, wenn ich im Februar durch Sellin stapfe, wie anders die Küste aussieht als im Sommer. Die Steilküsten an der Granitz wirken dann richtig verletzlich – ein paar Winterstürme, und wieder ist irgendwo ein Stück abgebrochen. Mich wundert das gar nicht, weil Rügen ja wirklich aus Kreide und Sand gebaut ist. Das Meer holt sich sein Land zurück, ganz egal, wie sehr wir versuchen, es aufzuhalten. Klar, der Mensch versucht trotzdem, irgendwie zu steuern: Buhnen, Wellenbrecher, hier und da mal ’ne neue Schicht Sand aufschütten. Aber so richtig „dauerhaft“ hilft das alles nicht – am ehesten verzögert es halt die Dynamik.

    Was ich spannend finde: Vor ein paar Jahren hab ich mit Fischern in Altensien geschnackt. Die nehmen die veränderte Küstenlinie viel gelassener als die meisten Touris. Für sie war’s schon immer normal, dass man den Standort der Netze nach ein paar Jahren anpassen muss. Da kommt so’n bisschen die Einstellung durch: Die Küste ist eher ein Prozess – nix, was man einfrieren kann. Vielleicht sind wir zu sehr auf „Bewahren“ getrimmt? Gleichzeitig versteh ich aber auch die Inselbewohner, die ihr Haus seit Generationen an der selben Ecke haben. Da will niemand plötzlich zehn Meter weiter im Wasser wohnen…

    Zum Thema Schutz durch Pflanzen – in Baabe und auch nördlich von Binz sieht man das mit dem Strandhafer echt überall. Ohne den wär von den Dünen vll schon deutlich weniger übrig. Aber: Da wo die Steilküste offen liegt, hilft das halt wenig. Rügen ist da echt ein Fleckenteppich: Dünen, Salzwiesen, Steilküste, alles nebeneinander. Und überall sind andere Lösungen gefragt. Manchmal glaube ich, das Beste wär wirklich, den Küstenschutz aus der Perspektive der jeweiligen Ecke zu denken, nicht als Einheitslösung für die ganze Insel – und dabei eben auch mal die Finger von manchen Orten lassen. Stromanschlüsse zu neuen Feriensiedlungen zu ziehen, wie eltis schreibt, ist halt wirklich das Gegenteil von nachhaltigem Küstenschutz.

    Bei mir ist übrigens Sellin das absolute Herzstück – allein schon das morgendliche Licht am Strand, wenn man ziemlich früh unterwegs ist… man trifft manchmal Möwen statt Menschen. Aber klar, die Seebrücke hat ja eh jeder auf dem Schirm. Wer wie ich gern mal aus Sellin rausströbert: Ich hab vor ein paar Jahren durch Zufall die Granitzwälder für mich entdeckt. Man kommt aus dem Ort direkt rein, plötzlich ist alles leiser und es riecht richtig satt nach Erde und Buchen. Mit Glück läuft eine kleine Wildschweinrotte übers Moos – ein bisschen wie ein halbes Abenteuerfilm-Feeling, aber ohne Sensationskram.

    Kleine Links-Schlenker: Neulich war ich mit Fahrrad unterwegs, Neu Mukran. Da kommt man an so verlassenen Bahnschienen vorbei, gibt zwischendrin nen richtig urigen Bäcker – für’n Franzbrötchen oder Schusterjungen reicht’s immer (Peters). Die Tour ist herrlich unspektakulär und entschleunigend. Fand ich fast noch besser als die typischen Radwege entlang der Hauptstraße, bisschen holpriger, aber… Gefühl halt.

    Thema Kulinarisches: Hat jemand von euch mal die Fischräuchereien direkt am Bodden mitgenommen? Also ich meine diese ganz kleinen, familiengeführten Sachen, wo der Räucherofen quasi direkt am Wasser steht.(Lietzow) Kein fancy Restaurant, sondern einfach ein Holzverschlag und liebe Leute – oder am Hafen in Alt Reddevitz zum Beispiel. Da hol ich mir gern mal ne Makrele auf die Hand, setz mich an den Steg und guck den Anglern zu. Völlig entschleunigt und null touristisch.

    Also, allein beim Gedanken an einen frühen Sommermorgen am FKK-Strand zwischen Sellin und Baabe kribbelt mir schon die Haut. Dieses ganz eigene Gefühl, wenn noch Nebel überm Wasser hängt und man tatsächlich mal fast allein da ist… irgendwie fast ein bisschen magisch. Ich hab immer das Gefühl, dass sich direkt alles entschleunigt, sobald das Handtuch im Sand liegt und mal endlich keine Klamotten zwicken. 😅

    Gerade auf Rügen finde ich die Auswahl ziemlich klasse, was FKK angeht. Mein persönlicher Favorit ist der Abschnitt kurz hinter dem Südstrand von Sellin, da ist’s abseits vom Haupttrubel auch in der Hochsaison recht chillig – und das Publikum echt entspannt gemischt, mal ein paar Familien, mal ältere Stammgäste, aber auch junge Leute und zwischendrin immer wieder ein paar “Neulinge”, die erst noch ein bisschen unsicher schauen. Da fühlt sich keiner beobachtet oder bewertet, was ja grad am Anfang wichtig ist.

    Was das Thema FKK & Wassersport angeht: Ich hab tatsächlich mal versucht, am FKK-Abschnitt beim Nordstrand Göhren mitm SUP rauszupaddeln… war schon irgendwie ein lustiger Kontrast: absolute Freiheit, aber gleichzeitig das Gefühl, ein bisschen “offener” zu sein als sonst. War aber letztlich total easy, keiner glotzt. Surfer hab ich dort aber selten nackt gesehen – ist vielleicht auch ne Sache des Windchill-Faktors, haha. Zum Baden und Schwimmen find ich FKK sowieso unschlagbar, geht einfach nix über das Gefühl, wenn das Wasser so richtig an die Haut kommt.

    Kennt ihr eigentlich noch so ein bisschen verstecktere Spots? Ich bin manchmal im Juli oder August auch gern Richtung Thiessow unterwegs, da gibt’s zwischendrin kleine Buchten mit FKK, aber ich hab das Gefühl, die werden auch immer voller. Vielleicht liegt’s aber auch dran, dass die ruhigen Ecken sich einfach rumsprechen… naja, ihr wisst schon.

    Macht ihr auch oft die Erfahrung, dass sich an FKK-Stränden irgendwie schneller nette Gespräche ergeben als am Textilstrand? Oder bilde ich mir das ein? Irgendwie ist da immer so ein bisschen “Lockerheit” in der Luft.

    Mir ist beim letzten Spaziergang rund um das Selliner Seeufer mal wieder aufgefallen, wie schnell sich die Kanadische Goldrute überall breit macht... Die wächst tatsächlich an jeder Ecke und verdrängt das, was ich noch aus Kindertagen als "typisch rügener Blumen" abgespeichert hab. Find das manchmal schon befremdlich – ist zwar hübsch gelb, aber irgendwie auch traurig, wenn dann im Spätsommer die Wiesen alle gleich aussehen. Bin mir nicht sicher, ob die Gemeinden da wirklich systematisch was gegen machen oder ob das mehr so nebenbei läuft, wenn’s z.B. eh Mäharbeiten gibt.

    Was mich ein bisschen überrascht hat: Am Strand von Baabe hab ich letztes Jahr tatsächlich einen Waschbär gesehen! Ich dachte erst, das ist vll einfach ein verirrter Marder, aber war ganz klar gestreifter Schwanz und die typische "Räuber-Maske". Die Fischer da haben später erzählt, dass es wohl schon öfter Sichtungen gab – und angeblich graben die Waschbären sogar schon Vogelnester im Dünenbereich aus. Irgendwie verrückt – vor 20 Jahren hätte wohl niemand damit gerechnet… Nur hab ich keine Ahnung, ob es da gezielte Maßnahmen gibt oder ob man das Problem einfach hinnimmt.

    Die Idee von wernergross mit der Kartierung per App find ich total spannend! Stell mir das gar nicht so schwer vor: Jeder, der was auffälliges sieht, macht ein Foto, Standort dazu, fertig. Aber ob genug Leute Lust hätten, da wirklich mitzumachen? Grade im Sommer, wenn eh viele Touristen unterwegs sind, ließe sich das vielleicht koppeln – Info-Tafeln am Wanderweg, QR-Code scannen, Sichtung hochladen. Bin aber selbst unsicher, ob sowas dann wirklich von den Verantwortlichen genutzt würde oder bloß “für die Statistik” irgendwo rumliegt.

    Mir ist beim letzten Sellin-Trip etwas aufgefallen, was hier irgendwie noch nicht so zur Sprache kam: Wie unterschiedlich die Leute mit den Schutzgebieten auf Rügen überhaupt umgehen – manche fühlen sich da echt wie im Freilandmuseum mit Leitsystem, andere knurren schon beim Gedanken an ein weiteres Schild oder Holzgeländer. Ich schwanke da selbst manchmal. Einerseits genieße ich die Ruhe auf den schmaleren Wegen im Biosphärenreservat (besonders im Mai, wenn dieser ganz spezielle Frühlingsduft durch die Granitz zieht – kennt ihr den?), aber so ganz frei rumstromern wie zu Kindertagen auf Rügen geht eben kaum noch… vielleicht auch wegen so Leuten wie mir, die das alles schützen wollen. 😅

    Was ich spannend finde: Es gibt wohl tatsächlich Schutzgebietsbereiche, wo gezielt experimentiert wird – zum Beispiel verwilderte Zonen, in die kaum jemand darf, damit seltene Pflanzen und Tiere sich mal „unbeobachtet“ entwickeln können. Das erfährt man aber meist nur, wenn man mit Einheimischen quatscht oder bei einer dieser kleinen, nicht so bekannten Führungen mitmacht. Ehrlich, da plaudern die Ranger manchmal richtige Insider-Infos aus: Stichwort zurückgekehrte Wildbienen oder, ich schwöre, sogar Seeadler direkt bei Baabe gesichtet!

    Worüber ich gern mal diskutieren würde: Glaubt ihr, der Balanceakt gelingt – also Naturschutz und trotzdem Erleben? Oder schießt man da mittlerweile manchmal übers Ziel hinaus? Ich hab das Gefühl, auf Rügen probiert man vieles aus, gerade im Vergleich zu anderen touristischen Regionen – sei es bei Besucherlenkung, Infos vor Ort oder bei diesen digitalen Naturpfaden (frag mich da aber auch, wie’s mit den ganzen Daten weitergeht, wie Dominiklehmke meinte). Bin mir da selbst nicht sicher, ob das alles im Sinne der Natur läuft… oder ob es bald mehr „Schutzgebiets-Show“ als echtes Naturerlebnis ist. 🤔

    Also ich hab auf Rügen wirklich schon alles ausprobiert, bis auf Zelt, das ist dann doch nicht so meins... 😅 Am meisten bin ich in Sellin unterwegs, dabei schwanke ich immer zwischen kleiner FeWo und kleinem Familienhotel. Ferienwohnungen find ich grad bei längeren Aufenthalten total angenehm – man kann selbst kochen, hat meistens einen Balkon oder sogar einen klitzekleinen Garten, und das Flair ist oft ein bisschen persönlicher. Einmal hab ich direkt hinter der Wilhelmstraße gewohnt, da war’s morgens so ruhig, dass ich draußen fast nur Möwen und manchmal das Rattern der Bäderbahn gehört hab!

    Was die Hotels angeht: Ich kenn ein paar der größeren Häuser in Binz und Sellin, wo die Buffets legendär sind, aber ich mag am liebsten die, die eine Sauna haben und nachmittags so ein bisschen Kuchen raustun... Besonders im Herbst, wenn’s am Meer schon etwas frischer wird, ist das wie ein Bonus nach einem langen Spaziergang am Hochuferweg. WLAN ist überall recht okay, nur auf einigen Campingplätzen ist das Netz manchmal lahm – da hatte ich mal am Jasmunder Bodden ein lustiges Erlebnis, als die Hälfte der Camper plötzlich mit ihren Handys Richtung Rezeption gewandert ist, weil’s da einen besseren Hotspot gab.

    Camping finde ich aber für Familien oder Leute, die Ruhe und Natur pur wollen, richtig klasse. Die Campingplätze in Prora oder bei Thiessow sind super gelegen, oft direkt am Wasser und manchmal kannst morgens echt noch vorm Frühstück kurz in die Ostsee springen… Einziger Minuspunkt für mich: Ich hab’s gerne warm und trocken, und einige Nächte im Zelt nach einem Regenguss haben mir das dann ausgetrieben. 😏

    Was mich interessiert: Wer von euch hat schon mal so richtig „außergewöhnlich“ auf Rügen übernachtet? Also Hausboot, Schlafstrandkorb oder so ne alte Bädervilla? Ich bin neulich an einem dieser schwimmenden Ferienhäuser in Lauterbach vorbeigelaufen und hab mich gefragt, wie wackelig das nachts wohl ist... Habt ihr vielleicht was richtig Verrücktes ausprobiert?

    Also ich kann echt nachvollziehen, dass die Erwartungen an den Sassnitzer Hafen manchmal auseinandergehen… Ich bin jedes Jahr mindestens zwei, drei Mal auf Rügen – meistens in Sellin, aber ein Abstecher nach Sassnitz gehört bei mir immer dazu, allein schon wegen der Stimmung dort.

    Der Hafen ist wirklich nicht so herausgeputzt wie zum Beispiel Binz oder Göhren. Stattdessen hat er dieses bisschen „abgelebte“ Flair, das ich total mag – der Mix aus alten Fischerbooten, ein paar eher schrabbeligen, aber sympathischen Buden für Fischbrötchen (unbedingt Hering probieren, wenn Saison ist!), und dann gibt’s zwischendurch auch mal ein recht stylisches Café mit Blick aufs Wasser. Das ist für mich irgendwie authentisch und es riecht einfach immer nach Meer, Algen und Räucherfisch… Ich liebe das! 😄 Mein persönliches Highlight ist tatsächlich der Weg auf der Mole bis zum Leuchtturm, gerade am Abend. Da weht so ein Wind, dass ich mir regelmäßig die Kapuze festhalten muss – aber der Blick übers Wasser ist hammermäßig.

    Was auch cool ist: Man kann vom Hafen super diese kleinen Ausflugsschiffe nehmen und zu den Kreidefelsen fahren, direkt vom Anleger aus. Das gibt’s wirklich nicht überall, und die Tour lohnt sich – ich hab schon zig Fotos von der „Königsstuhl“-Seite zu Hause kleben (Familie verdreht immer die Augen…🙈). Und wegen der Läden: Im Sommer hatte bisher immer alles offen, was mich interessiert hat – klar, zum Shoppen fährt man nicht hin, aber für ein Souvenir oder einen handgefilzten Ostsee-Magneten reicht’s.

    Zum U-Boot-Museum: Ich war da tatsächlich mal mit meinem Onkel drin. Ist schon eng und ein bisschen muffig, aber echt interessant – da merkt man erst, wie wenig Platz in so einem Ding ist. Für Kinder spannend, für Erwachsene mit Hang zur Nostalgie auch, fand ich. Klar, ein bisschen Touri-mäßig, aber kein totaler Nepp.

    Fazit von mir: Wer das echte, ehrliche Rügen-Flair sucht, ist am Sassnitzer Hafen gut aufgehoben. Wer Shopping-Malls und Schicki-Micki will, sucht eher woanders… Für mich ist’s ein Muss, allein schon für die dicken Möwen und das beste Fischbrötchen ever. 😉

    Und noch eins: Dieses Wochenende ist in Sassnitz der SailGP. Ein internationales Ereignis wo die ganze Welt zuschaut. Das muss das reiche Binz erstmal toppen! 8o

    Mir fällt immer wieder auf, wie wenig die Strände im Herbst oder sogar im Frühling als Abenteuerraum mit Kids genutzt werden! Klar, im Sommer hat man das übliche Buddeln und Planschen – aber habt ihr mal einen richtigen Strand-Expeditionstag bei Wind und leeren Uferabschnitten gemacht? Driftwood bauen, Muschelschätze suchen, kleine „Forschercamps“ errichten (wir hatten einmal ein Piratenlager aus Treibholz und Fundstücken am Südstrand von Sellin aufgebaut… hat ewig gehalten, die Kids sind überall rumgeklettert, und wir Eltern haben Kaffee aus der Thermoskanne getrunken, wie auf einer Mini-Expedition). 😊

    Was hier sonst kaum jemand angesprochen hat: Viele der alten Alleen auf Rügen laden echt zu kleinen Fahrrad- oder Laufradtouren ein, selbst mit jüngeren Kindern. Besonders dieses Stück von Baabe Richtung Moritzdorf – da kann man unterwegs auf die Fähre wechseln (kleiner Tipp: die winzige Ruderfähre über den Baaber Bek! Größter Spaßfaktor, kostet fast nix und ist so ein echtes Abenteuer aus Kinderaugen).

    Ach so, und wenn es echt mal in Strömen gießt und sogar der Rasende Roland kein Trost ist – wir waren mal in der Kreidewerkstatt in Sassnitz, da kann man mit echter Rügener Kreide kleine Kunstwerke machen. Reicht von Fingerfarben-Schlammerei bis zu richtigen Fossilien-Abdrucken. War so eines dieser Dinge, die man macht, weil das Wetter mies ist… aber am Ende redet das Kind jetzt noch davon. 😄

    Wie sind eure wie sagt man – "Schlechtwetter-Ausweichprogramme"? Bin gespannt, wie ihr das seht! Und wenn irgendwer mal im Herbst draussen am Südstrand gegrillt hat, sagt Bescheid… ich trau mich nie wegen Wind und Sand, aber vielleicht bin ich da zu vorsichtig?

    Also für mich ist Rügen geschichtlich gesehen echt so eine Schatztruhe – je nachdem, wie tief man graben will, findet man immer noch was, das überrascht. Ich fahre meistens nach Sellin, aber von da aus unternehme ich regelmäßig kleine Ausflüge, die Geschichte und Küstenluft verbinden (ja, ich geb’s zu, oft auch mit Stullen im Rucksack… 😉).

    Was ich immer wieder spannend finde: das Zusammenspiel von verschiedenen Epochen auf engstem Raum. Zum Beispiel kannst du morgens im Jagdschloss Granitz (dem mit dem krassen Aussichtsturm – wer Höhenangst hat, wird getestet!) durch die Prunkräume spazieren und dich mittags schon in Vitt am Kap Arkona im Wind die alten Fischerhäuschen anschauen. In Sellin selbst gibt’s zwar „nur“ die typische Bäderarchitektur, aber schon ein Spaziergang über die Wilhelmstraße fühlt sich fast an wie ein kleiner Ausflug ins 19. Jahrhundert. Und falls jemand ein Herz für alte Technik hat: Im Rasenden Roland (die dampft noch! Meine Kids reiben mir das jedes Mal begeistert unter die Nase…) gibt’s ein bisschen Eisenbahngeschichte zum Mitfahren.

    Apropos „vergessene Orte“ – ich hatte neulich mal eine total unscheinbare Tafel am Weg zum Schwarzen See bei Binz entdeckt, da wurde auf alte kaiserzeitliche Forsthäuser hingewiesen. Die stehen heute mitten im Wald und werden, glaube ich, als Ferienwohnungen genutzt, aber du kannst außen noch die alten Schilder lesen. Wirkte irgendwie wie eine Zeitkapsel, die kaum jemand beachtet. Ähnlich ist’s mit den Großsteingräbern – die wirken fast zufällig in die Landschaft gepurzelt, aber wenn man da steht, merkt man richtig, wie alt die Insel als Kulturraum eigentlich ist.

    Und: Im Sommer gibt’s manchmal kleine Themenführungen, z.B. zu den alten Kirchen oder zu den Dorfgeschichten – ich hab zwar selbst mal eine verpasst (war in Sellin zu sehr aufs Softeis aus…), aber vielleicht weiß jemand, wo und wie man solche Termine zuverlässig findet? Bin mir da ehrlich gesagt selbst nie so sicher… Vielleicht habt ihr da bessere Tipps? Würde mich echt interessieren, wie ihr so auf Rügen auf „Geschichtsjagd“ geht!

    Was mir bei meinem letzten Besuch aufgefallen ist: Die Aussicht vom Skywalk ist zwar das große Highlight, aber die Natur drumherum hat echt auch richtig viel zu bieten, was viele gar nicht so auf dem Schirm haben. Direkt hinterm Kassenbereich gibt’s einen verschlungenen Trampelpfad (kein Vergleich mit dem offiziellen Wanderweg), auf dem man fast alleine durch den alten Buchenwald spaziert und dabei immer wieder kleine Lichtungen mit Blick auf die Kreidefelsen findet. Ich hab dort Rehe gesehen – die waren mindestens genauso beeindruckt von mir wie umgekehrt. 😁

    Auch wenn’s vielleicht nicht zum klassischen „Aussichtsplattform-Besuch“ dazugehört: Wenn man sich ein bisschen mehr Zeit nimmt, lohnt es sich total, rund um den Königsstuhl auf Entdeckungstour zu gehen. Teilweise liegen mitten im Wald richtig abgefahrene Findlinge, die schon ewig da liegen, und ein paar hundert Meter abseits wird’s unglaublich ruhig – kein Lärm mehr von den Bussen oder den Snackbuden. Wer sammelt eigentlich noch gern kleine Kiesel oder Muscheln? Ich verliere mich immer drin.

    Und was den Imbiss angeht: Ich hab mir damals einfach ’ne kleine Picknickbox mitgenommen (Räucherlachs-Brot und Tomaten) und mich auf eine der Wiesen gesetzt – das hat fast Festival-Feeling. Ansonsten wär’s doch mal ’ne Idee für das Nationalparkzentrum, lokale Erzeuger einzubinden… Brombeeren aus dem Umland, Apfelsaft aus Garz oder so? 😊

    Also, was für eine tolle Frage – ich hab da direkt den Geruch von Salzluft in der Nase! 😉 Wer schon öfter in Sellin oder generell auf Rügen war, weiß ja: Es gibt echt mehr als nur die „klassischen“ Ferienwohnungen oder Hotels. Ich bin da ehrlich gesagt auch immer neugierig auf neue Schlafplätze, die dsa Herz ein bisschen schneller schlagen lassen.

    Eine echt spannende Sache sind die ganzen Tiny Houses – vll kennt ihr das kleine „Dorf“ bei Göhren? Die Dinger stehen mitten im Grünen. Morgens macht man die Tür auf und guckt direkt in die Natur, ohne irgendwas zwischen sich und das Rascheln der Bäume (außer vll einer Tasse Kaffee). Das fühlt sich fast schon wie Zelten an, nur mit allem Komfort. Nicht ganz so abgefahren wie ein Baumhaus, aber trotzdem was Besonderes.

    Richtig cool fand ich mal eine Übernachtung in so ’nem umgebauten Bauwagen! Da stehst du irgendwo auf ’nem alten Bauernhof, mit Hühnergegacker im Hintergrund und hast so deinen eigenen kleinen Rückzugsort. Die Vermieterin damals meinte, man müsse allerdings damit rechnen, dass der Hahn früh kräht… naja, Stadtmenschen merken anfangs, was Natur wirklich bedeutet. 😊

    Eine Sache, die ich mir noch vorgenommen hab (aber noch nicht getestet, shame on me): Schlafen direkt am Strand – es gibt wohl so Zelte/Pods, die ab und zu am Südstrand von Baabe stehen, zumindest in der Nebensaison. Keine riesengroße Sache, aber die Vorstellung vom Einschlafen mit Meeresrauschen klingt schon spitze. Sport mit reinbringen? Klar, abends noch mal kurz in die Wellen hopsen oder ne Runde um die Granitz joggen… Rügen ist echt ein kleines Abenteuerland, wenn man einfach mal die ausgetretenen Pfade verlässt. Wer hat noch Geheimtipps?

    Witzig wär’s ja, wenn man mal in einem alten Leuchtturm übernachten könnte… aber soweit ich weiß, geht das auf Rügen (noch) nicht, oder? Marshmallows grillen vorm Zelt und dann auf Möwensprache lauschen, das wär doch was. 😄

    Hallo zusammen,

    ich hoffe, es geht euch allen gut! Als mittleweile Einheimischer und begeisterter Fan der Insel Rügen, insbesondere der wunderschönen Gegend um Sellin, fasziniert mich immer wieder die Vielfalt der dortigen Natur. Ich habe vor kurzem gelesen, dass es auf Rügen mehrere Schutzgebiete gibt, die eine bedeutende Rolle für den Küsten- und Umweltschutz spielen.

    Mich würde interessieren, wie genau der Schutz dieser Gebiete organisiert ist und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die natürliche Vielfalt zu bewahren. Gibt es Führungen oder Veranstaltungen, bei denen man mehr über die Arbeit in diesen Schutzgebieten erfahren kann? Und welche besonderen Naturerlebnisse habt ihr dort vielleicht schon gehabt?

    Liebe Grüße,
    Alex

    Was ich nach etlichen Sellin-Aufenthalten echt spannend finde: Fast alle reden sofort von den klassischen Hundestränden oder den Kreidefelsen (klar, zu Recht – die sind toll), aber was meiner Meinung nach völlig unterschätzt wird: die vielen kleinen Wege direkt hinter den Promenaden. Da läuft man im Schatten alter Buchen, plötzlich taucht ein versteckter Teich auf und es gibt meistens ganz gemütliche Bänke, wo man mal kurz den Sand aus den Schuhen kippen kann… oder das Wasserfläschchen für den Hund nachfüllt. Gerade am Nachmittag, wenn vorne der Trubel groß wird, ist das rückwärtige Sellin wirklich wie ein paralleles Rügen – da merkt man direkt, wie der Puls sinkt. 😌

    Falls jemand Lust hat auf was ganz anderes: Ich schwöre auf die „Bäderbahn“ in den Seebädern. Die ist nicht nur für müde Hundebeine eine super Abwechslung (meine Hündin liebt es, den Fahrtwind zu erschnuppern), sondern bringt einen auch spontan zu richtig netten Stellen, die man zu Fuß ewig suchen würde. Letztes Mal haben wir einen ziemlich kleinen, aber grandios ruhigen Abschnitt bei Neuensiener See entdeckt – da standen wir abends ganz allein, Sonnenuntergang inklusive. Klar, Leinenpflicht und so… aber das tut ja eh niemandem weh. 🚋

    Ich hab übrigens öfter das Gefühl, dass das Thema Rücksichtnahme (gerade mit den vielen Hundebesitzern) echt schwierig ist. Hab’s schon ein paarmal erlebt, dass Leute mitten im Hochsommer mit dem Hund auf prallheiße Stege oder den Asphalt laufen – dann keucht der arme Vierbeiner, und am nächsten Tag wundert man sich, dass die Pfoten verarztet werden müssen. Im Grunde wär’s doch easy, einfach morgens oder abends Runden zu drehen, wenn der Sand noch nicht brennt… oder hab ich da was übersehen? 🐾

    Bin manchmal selbst nicht sicher, wie es mit Restaurants läuft – dieses Jahr waren überraschend viele Cafés in Sellin total entspannt, Wasser stand immer bereit, und ein paar Läden haben sogar kleine Käseleckerlis auf Lager (da blüht mein Hund natürlich auf). Gibt’s irgendwo auf Rügen eine richtige „Hundekarte“ im Lokal, also wie so kleine Menüs für den Hund? Das wär ja mal ein Knaller, oder hab ich wieder zu viel Fantasie? 😄

    Bin ich eigentlich der Einzige, der diesen ganz speziellen „Zwischensaison-Vibe“ auf Rügen liebt? Also weder Hochsommer mit Menschenmassen, noch kompletter Winterschlaf… Irgendwie hat die Insel so eine eigene Magie, wenn sie mal kurz durchatmet, wisst ihr? Gerade im März oder November, wenn viel geschlossen hat, fühlt sich das wie ein kleiner Geheimclub an. 😄

    Muss euch mal was erzählen – vor zwei Jahren war ich im windigen Spätherbst in Sellin unterwegs. Die berühmte Seebrücke komplett im Nebel, kaum ein Mensch unterwegs. Ich hab mich da einfach auf die Treppenstufen gesetzt, in meine dicke Jacke gewickelt und einfach mal aufs Meer rausgeguckt. Da ist so eine Ruhe, die man im Sommer echt nicht findet.

    Und – Picknick an der Steilküste! Viele denken immer an Stranddecken und Sonne im Juli, aber so ein herbstliches Picknick mit Thermoskanne und Apfelkuchen am Hochuferweg (zwischen Sellin und Baabe, der Weg ist echt ein kleiner Schatz) hat was absolut Eigenes. Manchmal sieht man sogar Kraniche, die auf dem Weg nach Süden Rast machen. Ich frage mich halt, ob Rügen im Frühjahr vielleicht noch spektakulärere Naturmomente bietet – ich hab immer nur den „Rapsflash“, aber vielleicht hab ich was übersehen… Bin da nicht 100% sicher, aber irgendeine Vogelart sollte doch im Mai die Kreideküste bevölkern? Vielleicht weiß hier jemand mehr. 😊

    Was ist eigentlich mit Sauna-Abenden in den kleinen Wellness-Hotels? Kommt mir jedes Mal so vor, als unterschätzt total viele diese Kombi aus Wind, Kälte, Ostseegeruch und dann das prasselnde Holz im Innenraum. Gerade im Februar ein echter Geheimtipp. Naja, ihr wisst schon… Rügen hat so viel mehr Zwischentöne als nur „Sonne und Strand“