Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783–1854) war eine der prägendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Rügens im 19. Jahrhundert. Als aufgeklärter und kunstsinniger Adliger hatte er die Vision, seine Heimat zu modernisieren und kulturell zu bereichern. Seine Reisen nach England und Italien inspirierten ihn zu städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Projekten, die das Gesicht der Insel bis heute prägen.
Einträge
Die Hünengräber oder Megalithgräber sind die ältesten erhaltenen Baudenkmäler auf der Insel Rügen. Sie stammen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum), etwa aus der Zeit zwischen 3.500 und 2.800 v. Chr., und wurden von den Menschen der sogenannten Trichterbecherkultur errichtet. Diese monumentalen Grabanlagen bestehen aus riesigen, unbehauenen Findlingen (Megalithen), die während der letzten Eiszeit auf die Insel transportiert wurden.
Reetdachhäuser sind ein prägendes Element der traditionellen Architektur in vielen Küstenregionen Norddeutschlands und auf Rügen allgegenwärtig. Das Dachdecken mit Reet (Schilfrohr) ist ein jahrhundertealtes Handwerk, das bis heute gepflegt wird. Reet war ein lokal verfügbarer, günstiger und zugleich äußerst widerstandsfähiger Baustoff. Die dicken Reetdächer bieten im Sommer eine hervorragende Isolierung gegen Hitze und im Winter gegen Kälte.
Ralswiek ist ein geschichtsträchtiger Ort am Südufer des Großen Jasmunder Boddens, der heute vor allem für die Störtebeker Festspiele bekannt ist. Doch die Geschichte des Ortes reicht viel weiter zurück. Archäologische Funde, darunter ein Schiffsgrab und wertvolle Silberschätze, belegen, dass Ralswiek bereits zur Zeit der Wikinger und Slawen im 8. bis 10. Jahrhundert ein bedeutender Seehandelsplatz von internationalem Rang war.
Gingst ist einer der ältesten Orte auf Rügen und liegt im Westen der Insel, einer Region, die oft als das "stille Herz" Rügens bezeichnet wird. Der Ort hat eine lange Tradition als Handwerker- und Marktflecken, was sich bis heute im historischen Ortskern widerspiegelt. Die barocke Sankt-Jacobi-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und die umliegenden, liebevoll sanierten Handwerkerhäuser verleihen Gingst einen beschaulichen und authentischen Charakter.
Die Schaabe ist eine fast 12 Kilometer lange Nehrung, also eine schmale Landzunge, die die Halbinseln Jasmund und Wittow miteinander verbindet. Auf der einen Seite wird sie von der offenen Ostsee, der Tromper Wiek, begrenzt und auf der anderen Seite vom Großen Jasmunder Bodden. Diese einzigartige geografische Formation ist ein Ergebnis von Meeresströmungen und Sedimentablagerungen über Jahrtausende.
Das Ostseebad Göhren liegt an der östlichsten Spitze der Halbinsel Mönchgut und hat als einziges Seebad auf Rügen zwei Strände: den belebten Nordstrand mit seiner Seebrücke und der Bernsteinpromenade sowie den naturbelasseneren Südstrand. Der Ort liegt auf einer Anhöhe, dem Nordperd, was von vielen Punkten aus herrliche Ausblicke auf das Meer und die umliegende Landschaft ermöglicht. Göhren hat sich den Charme eines traditionellen Seebades bewahrt und ist gleichzeitig ein anerkannter Kneipp-Kurort.
Mönchgut ist eine geschichtsträchtige Halbinsel im Südosten Rügens, die Ostsee und Greifswalder Bodden trennt. Charakterisiert durch sanfte Hügelketten, tief eingeschnittene Buchten und reetgedeckte Fischerdörfer, bildet sie das Herzstück des Biosphärenreservats Südost-Rügen und bewahrte durch jahrhundertelange klösterliche Isolation eine eigenständige Kultur, Tracht und maritime Tradition.
Sanddorn wird oft als die "Zitrone des Nordens" bezeichnet und ist eine der charakteristischsten Pflanzen der Küstenregionen. Die dornigen Sträucher mit ihren leuchtend orange-roten Beeren wachsen wild auf den Dünen und sandigen Böden Rügens und sind perfekt an die rauen Bedingungen angepasst. Ernte der kleinen Beeren ist aufgrund der Dornen sehr mühsam und erfolgt meist im Spätsommer und Herbst.
Bernstein, auch als "Gold der Ostsee" bekannt, ist fossiles Baumharz, das vor Millionen von Jahren von Nadelbäumen der urzeitlichen Wälder Skandinaviens abgesondert wurde. Durch geologische Prozesse gelangte das Harz ins Meer und wurde über die Zeit zu Bernstein versteinert. An den Küsten Rügens, insbesondere nach stürmischen Tagen im Herbst und Winter, wird das leichte Material vom Meeresboden aufgewühlt und an die Strände gespült.
Neuste Lexikon-Einträge
Die Schmale Heide ist eine rund 9,5 Kilometer lange und etwa zwei Kilometer breite Nehrung auf Rügen. Als nacheiszeitliche Landbrücke verbindet sie die Halbinsel Jasmund mit der Granitz. Sie trennt die offene Ostsee (Prorer Wiek) vom Kleinen Jasmunder Bodden und beherbergt geschützte Dünen-, Heide- und Küstenwaldlandschaften.
Caspar David Friedrich (1774–1840) war der bedeutendste Landschaftsmaler der deutschen Frühromantik. Gebürtig in Greifswald, fand er auf der Insel Rügen seine prägendsten Bildmotive. Seine melancholisch-erhabenen Naturdarstellungen – insbesondere das weltberühmte Gemälde Kreidefelsen auf Rügen – machten die wilde Inselnatur zu einer zeitlosen Ikone der europäischen Kunstgeschichte.
Die Großsteingräber bei Lancken-Granitz bilden mit sieben erhaltenen Megalithanlagen die größte und am besten erhaltene Konzentration neolithischer Grabbauten auf Rügen. Errichtet vor rund 5.000 Jahren durch frühe Ackerbauern der Trichterbecherkultur, dienten die monumentalen Findlingskonstruktionen als kollektive Bestattungsplätze und rituelle Kultstätten für Generationen.