Radwege auf Rügen: Wo müssen wir nachbessern?

  • Hallo liebe Rügen-Liebhaber und Enthusiasten,

    die atemberaubende Natur Rügens lädt förmlich dazu ein, sie auf zwei Rädern zu erkunden. Doch wie sieht es mit der Infrastruktur für Radfahrer auf unserer geliebten Insel aus? Ich frage mich, wo es in Sachen Radwege noch Nachholbedarf gibt. Welche Strecken sind bereits gut ausgebaut und wo wünschen wir uns Verbesserungen, um das Radfahrerlebnis noch sicherer und abwechslungsreicher zu gestalten?

    Vielleicht habt ihr ja schon mal eine besonders herausfordernde Strecke erlebt oder seht Potenzial für eine neue, wunderschöne Route.

  • Ganz ehrlich, gerade in den Sommermonaten platzt die Insel aus allen Nähten – viele Radwege sind dann alles andere als einladend. Zwischen Bergen und Sassnitz etwa gibt’s diese unübersichtlichen Abschnitte, wo der Weg plötzlich aufhört und du mit Kind & Kegel gezwungen bist, ein paar hundert Meter neben oder auf der Bundesstraße zu fahren. Das ist für Einheimische schon nervig, für Gäste, die sich hier nicht auskennen, aber ehrlich brandgefährlich.

    Mir fehlt ganz klar eine vernünftige (und durchgängig ausgeschilderte!) Route von Bergen nach Sellin. Ich versteh nicht, warum da seit Jahren so wenig passiert: Die Strecke wäre total reizvoll – durch die alten Alleen, ein bisschen an den Feuersteinfeldern vorbei… Solche Details ziehen doch nicht nur die „Hardcore“-Radler an, sondern eben auch Familien, die hier Urlaub machen. Mir schwebt eine Trasse vor, die wirklich von Bergen aus startet, dabei Dörfer wie Karow, Zirkow mitnimmt, an kleinen Cafés vorbeiführt. So was würde doch auch für die örtliche Wirtschaft taugen. Oder?

    Was mich auch wurmt: Quer durch Ost und West – also von Trent über Gingst rüber nach Garz – gibt’s Lücken, wo ein Radweg einfach fehlt. Manchmal sieht’s so aus, als sei da mal was geplant worden (so seltsame, halb ausgebaute Streckenabschnitte, kennt ihr bestimmt..). Das verkommt dann mehr zum Abenteuer als zu einer „touristenfreundlichen“ Radroute. Wäre echt hilfreich, wenn die Gemeinden da kooperieren würden und das Thema langsam mal ernst nehmen.

  • Ach ja, das kenn ich nur zu gut... gerade zwischen Binz und Prora, wo ich vll öfter unterwegs bin, merkt man wie schnell’s eng wird, wenn viele Radler und Spaziergänger sich die Wege teilen. Mir fehlt oft so’n Stückchen Sicherheit – gerade an Kreuzungen oder bei den teils steilen Übergängen in den Wald, da ist manchmal völlig unklar, wie’s weitergeht oder wohin man überhaupt „soll“. Ein paar klarere Markierungen oder Hinweistafeln würden enorm helfen.

    Und was ich auch immer denke: Wie wär’s mal mit ein, zwei echten Rastplätzen speziell für Radfahrer, mit Bank, bisschen Schatten, vll sogar Luftpumpe? Das würde das Erlebnis echt entspannter machen, gerade für Familien mit Kindern, die mal ’nen Päuschen brauchen. Immer nur am Straßenrand zu sitzen fühlt sich irgendwie nicht nach Urlaub an… 😅 Kennt ihr solche Stellen irgendwo auf der Insel?

  • Gogo

    Da muss ich Dir entschieden widersprechen. Gerade von Binz nach Prora gibt es einen gut ausgebauten und vorallem breiten Fahrradweg, wo Fußgänger und Radler genügend Platz haben. Und die schnelleren Hobbyrennradler weichen eh auf die Strasse aus.

    Hinweisschilder gibts auch zur Genüge und was willste mit Rastplätzen zwischen Binz und Prora auf 5km? Die ersten Bänke kommen schon mal an der "Grundschule Binz". Oder biege "Zweite Strasse" ein und geh in irgendein Cafe oder Restaurant auf der Südstraße. Und weiter Richtung Mukran gibt es den einen oder anderen Rastplatz auf jeden Fall bzw. setzt Euch an das Wasser, welches immer in der Nähe ist. ;)

  • Wie wenig die Radwege auf Rügen an die Bedürfnisse von Menschen mit besonderen Anforderungen angepasst sind. Ich meine damit nicht nur Leute mit E-Bikes oder Familienanhängern, sondern zum Beispiel auch Ernährungsbewusste oder Sportler, die unterwegs schnell mal was essen wollen – oft fehlt da echt ne kleine, gesunde Snackstation oder auch einfach ein Wasserspender. Weiß nicht, vielleicht ist das etwas zu sehr Nischen-Gedanke, aber so was wie ein paar kleine „Versorgungsinseln“ an längeren Strecken, auch mal mit ner Infotafel zu regionalen Lebensmitteln, das würde finde ich den Radverkehr auch noch mal aufwerten.

  • Ganz ehrlich, wer schon mal bei Nebel auf dem Weg von Glowe nach Kap Arkona war, kennt das mulmige Gefühl an diesen fiesen Engstellen – da fehlt oft jede Abgrenzung zum Autoverkehr! Ich frage mich, warum man dort nicht einfach mal ein paar Meter richtig separaten Radweg hinkriegt, zumindest auf den besonders gefährlichen Abschnitten. Stell dir vor, wie cool es wäre, mit Kids oder Freunden das Kap zu erreichen, ohne ständig Autos im Nacken... Die Weite der Insel genießen, ohne dieses ständige Schielen über die Schulter – das wäre Freiheit pur! Und kleiner Traum von mir: Ein Rundkurs quer durch die Felder bei Breege, so richtig naturnah und abseits der großen Straßen. Wer hat ähnliche Strecken-Träume oder kennt vielleicht noch so'n Engpass, der dringend entschärft werden müsste?

  • Mir ist aufgefallen, dass bei den Zufahrten zu vielen Stränden oft einfach der Radweg im Sand oder auf Schotter endet – mega unpraktisch, wenn man mit Klapprad oder Citybike unterwegs ist und dann irgendwie durch’s Geröll eiern muss. Ist jetzt vielleicht ne blöde Frage, aber warum legt man da nicht wenigstens so kleine Matten oder nen befestigten Streifen an, damit man nicht immer steckenbleibt? Außerdem wär’s mal nice, wenn an den Hotspots abstellmöglichkeiten mit so nem einfachen Diebstahlschutz (meinetwegen auch nur ne Stange, nix Hightech) da wären… Gerade bei den wilden Parkplätzen fehlt das total. Naja, vielleicht seh ich das auch zu sehr aus meiner Radler-Bubble raus…

  • Die Diskussion zeigt eigentlich ganz gut: Es fehlt nicht überall ein komplett neuer Radweg, sondern oft an den Übergängen. Ein breiter Weg zwischen Binz und Prora hilft wenig, wenn es an Kreuzungen, Strandzufahrten oder Engstellen plötzlich unklar und unsicher wird. Und bei Glowe–Kap Arkona sehe ich das wie micholls : Gerade dort, wo viele Familien unterwegs sind, darf „Radweg“ nicht heißen, dass man sich die letzten Meter irgendwie mit dem Autoverkehr teilt.

    Vielleicht sollte man weniger in Prestige-Routen denken und zuerst die Lücken systematisch erfassen: sichere Querungen, feste Oberflächen, verständliche Beschilderung, Abstellbügel und einfache Rastpunkte mit Wasser. Was nützt die schönste Inselroute, wenn man am Ziel kein Rad anschließen kann oder mit dem Anhänger im Sand versinkt?

  • Genau diese kleinen Lücken machen auf Rügen oft den Unterschied. Die Strecke Binz–Prora ist ordentlich, aber Richtung Mukran wird es stellenweise schon weniger angenehm, besonders bei Gegenverkehr und wenn Sand oder Laub auf dem Weg liegen. Auch zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl merkt man, dass nicht nur der Neubau zählt, sondern Pflege, klare Vorfahrt an Kreuzungen und vernünftige Abstellbügel an den Zielen.

    Bei Glowe–Altenkirchen und weiter Richtung Kap Arkona wären aus meiner Sicht zuerst die gefährlichen Ortsdurchfahrten und schmalen Straßenabschnitte dran, nicht unbedingt gleich ein durchgehender Luxus-Radweg. Dazu feste Oberflächen bis zu den Strandzugängen und ein paar einfache Wasser- bzw. Raststellen. Gibt es eigentlich irgendwo eine aktuelle Karte, in der solche Problemstellen gesammelt werden? Daraus könnte man gegenüber den Gemeinden viel konkreter argumentieren.

  • Ich glaube auch, dass die unscheinbaren Stellen am meisten nerven: ein abgesackter Rand, plötzliches Kopfsteinpflaster, ein Schild, das halb im Gebüsch verschwindet. Letzten Herbst bin ich zwischen Sassnitz und Mukran unterwegs gewesen, grauer Himmel, nasses Laub auf dem Weg – nichts Dramatisches, und trotzdem fährt man irgendwann verkrampft und wartet nur noch auf den nächsten Moment, in dem etwas rutscht. Da merkt man, dass ein Radweg nicht mit seiner Einweihung fertig ist.

    Vielleicht bräuchte es auf Rügen eine feste jährliche „Mängelrunde“ mit Gemeinden und Radfahrern, gerade vor der Saison: Oberfläche, Beleuchtung an Querungen, Bügel, Beschilderung und Übergänge. Nicht spektakulär, kein großes Banddurchschneiden. Aber genau diese stille Pflege würde vielen mehr bringen als noch eine schöne neue Prestige-Strecke. Gibt es eigentlich irgendwo eine aktuelle, öffentliche Liste, wo solche Mängel gesammelt werden?

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